Gesundheit am Arbeitsplatz - Worauf jedes Unternehmen achten sollte

Für die langfristige Produktivität eines Unternehmens sind gesunde Mitarbeiter essenziell. Dazu gehört deren körperliches, ebenso aber auch ihr psychisches Wohlbefinden. In unserem kleinen Ratgeber finden Sie die wichtigsten Aspekte, die Sie für ein effizientes Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen berücksichtigen sollten.

 

Warum betriebliche Gesundheitsförderung wichtig ist

Unternehmen und ihre Mitarbeiter sehen sich in einer globalisierten Arbeitswelt einem zunehmenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt: Sie müssen Kundenaufträge pünktlich erfüllen, flexibel auf Änderungen reagieren und bestmöglichen Service bieten. Phasen hoher Arbeitsbelastung führen häufig zu Stress und Anspannung bei den Angestellten. Häufig leiden sie unter Kopfschmerzen und Nackenverspannungen, mitunter auch unter chronischen Rückenschmerzen. Dem können Unternehmen leicht entgegenwirken, indem sie gesunde Ernährung, ergonomisch angepasste Arbeitsplätze und mehr Bewegung fördern.

Auch psychische Belastungen spielen eine immer größere Rolle. Umso wichtiger wird es, dass Unternehmen die Arbeitsbelastung in einem verträglichen Rahmen halten. Denn wenn Mitarbeiter aufgrund chronischer Erschöpfung ausfallen – Stichwort «Burn-out» –, hat dies nicht nur für die Betroffenen ernsthafte Folgen. Für Unternehmen bedeuten lange Ausfallzeiten Kosten und Einbussen an Produktivität und Erfahrung. Diese Fehlzeiten müssen in der Regel die Kollegen auffangen – und führt dazu, dass diese sich zunehmend gestresst oder gar erschöpft fühlen.

 

Der folgende Ratgeber hilft Ihnen dabei, Ihr Gesundheitsmanagement zu überprüfen und gegebenenfalls wirkungsvoll zu ergänzen.   

Ergonomie am Arbeitsplatz

Die betriebliche Gesundheitsförderung beginnt mit ergonomisch optimal eingerichteten Arbeitsplätzen. Schliesslich verbringen viele Menschen den Grossteil ihrer Arbeitszeit im Sitzen. Bürostühle etwa sollten höhenverstellbar sein. Denn ist der Stuhl zu hoch oder zu niedrig, ist keine entspannte Haltung möglich. In der Folge verkrampft häufig die Nacken- und Rückenmuskulatur. Das kann im schlimmsten Fall zu dauerhaften Beschwerden führen. Auch die Rückenlehne sollte flexibel sein, damit  die Mitarbeiter verschiedene Sitzpositionen einnehmen können. Eine Faustregel von Fachleuten lautet: Die beste Sitzposition für den Rücken ist die nächste Position – wer viel im Sitzen arbeitet, sollte also möglichst oft seine Sitzposition wechseln.

Auch die richtige Schreibtischhöhe ist wichtig. Sie sollte im Idealfall verstellbar sein und phasenweise sogar das Arbeiten im Stehen ermöglichen. Ist dies nicht möglich, kommt es besonders auf die passende Stuhlhöhe an. Führen Sie doch einmal einen kurzen Selbsttest durch.

Der Abstand zwischen Augen und Monitor sollte zwischen 45 und 80 Zentimeter betragen – je größer der Bildschirm, desto größer sollte der Abstand sein. Wenn vorwiegend ein kleiner Ausschnitt des Monitors betrachtet wird, kann die Distanz kleiner sein. Wer etwa regelmässig mit Datenbanken und Tabellen arbeitet, benötigt meist ein grösseren Bildausschnitt und mehr Abstand.      

 

Ruhepausen für gesunde Ernährung

An einem Tag voller Besprechungen, Aussentermine und Präsentationen bleibt häufig wenig Zeit für eine richtige Pause. Oft greifen Arbeitnehmer daher auf Snacks für Zwischendurch zurück. Dies sind meist zuckerhaltige Convenience-Produkte mit vielen Zusatz- und Konservierungsstoffen. Noch dazu ist die Auswahl an Snackautomaten begrenzt.

Micromarkets – das sind kleine, firmeneigene Self-Service-Supermärkte mit täglich frischen, gesunden Produkten – können daher eine ideale Ergänzung der betrieblichen Gesundheitsförderung sein. An ihnen sind gesunde Snacks jederzeit verfügbar und ihr modernes Design lädt dazu ein, dort die Pausen mit Kollegen zu verbringen. Denn auch wenn es im Alltag manchmal schwerfällt: Zur gesunden Ernährung gehört auch, das Essen in Ruhe zu sich zu nehmen. Vorgesetzte und Mitarbeiter sollten daher auf regelmässige Pausenzeiten achten.   

 

Rückenschmerzen durch Bewegungsmangel

In einer Umfrage hat das Bundesamt für Gesundheit ermittelt, dass etwa ein Sechstel aller Schweizer zwischen 15 und 74 Jahren sehr lang sitzt und auch in der Freizeit nur wenig körperlich aktiv ist. Sie kommen auf eine tägliche Sitzdauer von über 8,5 Stunden - eindeutig zu viel.

Denn es ist bekannt, dass Bewegungsmangel die Hauptursache für wiederkehrende oder chronische Rückenschmerzen ist. Diese rühren häufig von verspannter oder untrainierter Muskulatur her. Dagegen ist Bewegung das beste Mittel.

Unternehmen können dem chronischen Bewegungsmangel ihrer Mitarbeiter entgegenwirken, indem sie Betriebssportgruppen anbieten, die z. B. regelmässig nach Feierabend gemeinsam joggen gehen. Auch firmeninterne Fitnesskurse sind sinnvoll. Um das Angebot für möglichst viele Kollegen attraktiv zu machen, sollten Firmen Sportangebote finanziell fördern oder die Kosten sogar vollständig übernehmen. Die Investition wird sich in der Regel lohnen – insbesondere, wenn man sie krankheitsbedingten Produktivitätseinbussen gegenüber stellt.

Eine Überlegung ist es auch wert, das Radfahren auf dem Arbeitsweg zu fördern und ins Gesundheitsmanagement zu integrieren. Als Anreiz können Unternehmen zum Beispiel eigene, günstige Leihfahrräder zur Verfügung stellen oder für jeden gefahrenen Rad-Kilometer am Ende des Jahres einen kleinen Bonus ausschütten.

 

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Zur betrieblichen Gesundheitsförderung gehört auch die psychische Gesundheit. Schliesslich treten Erschöpfungszustände häufig und in allen Berufsgruppen auf. Für Stress sorgt nicht nur die Arbeitsverdichtung. Auch unklare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten können zu Frustration führen und im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Belastung für Mitarbeiter werden.

Oftmals kommt zudem positives Feedback deutlich zu kurz. Dies ist insbesondere eine wichtige Aufgabe der Führungskräfte. Sie sollten nicht nur auf Misserfolge oder Fehler hinweisen, sondern Erfolge loben und anerkennen – vielleicht sogar mit einem kleinen abteilungsinternen oder -übergreifenden Ritual. In manchen Unternehmen läutet zum Beispiel eine Glocke bei jedem erfolgreichen Vertragsabschluss, worauf die ganze Abteilung zusammenkommt und diesen Moment kurz gemeinsam feiert.   

Ebenso wichtig ist die richtige Balance zwischen Über- und Unterforderung. Wer ständig zu schwierige Aufgaben bewältigen muss, wird vermutlich früher oder später seine Motivation verlieren, sich dauergestresst fühlen oder sogar erkranken. Aber auch chronische Unterforderung und Langeweile können aber ebenso krank machen – das Phänomen «Bore-out» ist inzwischen bekannt.

 

Gesundheit am Arbeitsplatz ins Leitbild integrieren

Dass Mitarbeiter gesund bleiben, ist eine Aufgabe für alle Beteiligten: die Mitarbeiter selbst, die Führungskräfte, den Betriebsrat, die Personalabteilung, aber auch für die Geschäftsführung. Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement sollten Unternehmen vor allem auf präventive Angebote und Massnahmen setzen. Denn lange Ausfallzeiten führen unmittelbar zu Umsatzeinbussen, die in der Regel die Kosten für eine wirkungsvolle Vorbeugung übersteigen. Mit regelmässigen Mitarbeiterbefragungen zur körperlichen und seelischen Gesundheit beispielsweise erkennen Unternehmen schnell, wenn Probleme auftauchen – und können dann ebenso schnell darauf reagieren.

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